Diese Kolumne ist eine Hommage an alle Lila Ladys.

Wer aber sind Sie und noch wichtiger, was möchten Sie uns sagen?

Meiner Studie zur Folge, die lediglich auf Beobachtung und Fantasie basiert, konnte ich folgendes feststellen.

Die Gattung der Lila Lady ist in zwei Untergruppen zu unterteilen, diese unterscheiden sich dabei ganz wesentlich.

Erstere sind die Unwissenden, die Ihre Haarfarbe aus Versehen tragen. Ursächlich dafür ist die jahrelange Verwendung von Silberschaum. Der schleichende Prozess, in dem sich über Jahre – gar Jahrzehnte – violette Pigmente am Haar addieren, die einst einen Goldstich verringern sollten, der lange schon nicht mehr vorhanden ist. Faszinierenderweise wird dieser Prozess, in dem blond über weiß zu lila mutiert, von der Trägerin selbst nicht wahrgenommen. Ob man Sie darauf hinweisen sollte? Ich bin unschlüssig. Schlussendlich machen die Ladys das Weltbild farbenfroher und bedienen somit eins meiner persönlichen Anliegen.

Dennoch klare Diagnose, Überdosis durch jahrelangen Konsum.

Übrigens ein Phänomen, welches in den letzten Jahren ein gewaltiges Comeback feiert, leider mit dem Verlust jeglicher Eleganz.

Eine Petition gegen Silbershampoos könnte hilfreich sein, wollte ich eh schon länger starten.

Jetzt kommen wir zu Typ zwei der Lila Ladys. Diese Damen finde ich bewundernswert und ja, ich schwärme regelrecht für sie.

Sie tragen einen perfekten Fliederton auf Ihren Haaren, ganz wie eine Signatur.

Manchmal überlege ich sogar, ob es ein Schlüssel zu einem Geheimbund ist dem ich später gerne beitreten möchte. Möglichst mit Katze auf der Schulter.

Wie auch immer, eins ist es sicherlich, eine Aussage die nicht zu übersehen ist und darauf hinweist, dass Stil, Attitüde und modisches Interesse nicht an jugendliches Alter gebunden sind.

Eine notwendige Gegenbewegung zu all denen, die im Alter immer unscheinbarer werden, dabei denken gesellschaftliche Werte zu bedienen die es gar nicht gibt. Jedenfalls gibt es diese „vermeintlichen Werte“ nicht auf Papier, sondern nur in den Gedanken derjenigen die sich daranhalten.

Das sollten wir ändern!

So könnte es ein weiterer Schritt zu mehr Vielfalt sein, in dem lila Haare mehr ein Stilbekenntnis als eine Haarfarbe sind.

Mögen wir mehr Iris Apfel und weniger Margot Honecker sein 😉